Ein "Super Trouper"-Frühjahrskonzert

Die Musikgesellschaft spielte zweimal vor einem ausverkauftem Haus

 

 

Aich / Rothenwörth – Im beinahe schon überfüllten Spirklhof-Saal veranstaltete die Musikgesellschaft Aich am Wochenende ihr Frühjahrskonzert. Die Musiker beeindruckten im Rahmen von zwei Aufführungen mit ihrem Können und beigeisterten das Publikum durch ein sehr anspruchsvolles Programm.

 

Nachdem auch der letzte Gast im neuen Saal des Spirklhofs in Rothenwörth einen Platz ergattert hatte, eröffneten die Jungmusiker unter der Leitung von Johannes Winbeck das Frühjahrskonzert. Mit der "Amberwood Overture" und "Mexican Beat", die von den 16 Nachwuchsmusikern in präziser Spielweise und mit viel Rythmusgefühl vorgetragen wurden, zeigten die "Kleinen" den "Großen" und dem gesamten Publikum ihr Können. Und auch mit dem "Kasperl-Boarischen", der mit flinken Fingern und einem Hauch bayerischer Gemütlichkeit gespielt wurde, bewiesen die Jugendlichen ein gutes Gespür für Blasmusik. Den Abschluss machte der flotte "Kiwi-Cha-Cha", der einige Zuhörer zum Tanzen animierte und den Jungmusikern viel Applaus bescherte.

 

Im Anschluss daran begann die Musikgesellschaft Aich unter der Leitung von Simon Winbeck mit dem ersten Teil ihres Programms. Bereits beim ersten Stück, dem Konzertmarsch "Im Glanz der Sterne", offentbarte sich das hohe Niveau der Musiker. Nach dem pompösen Eröffnungsstück folgte der sanfte Walzer "Im Traumland" und das "Gebet" aus der Oper "Cosi fan Tutte" von W.A. Mozart. Mit dem daraufflogenden Stück "Im Zauberwald" legten die Musiker noch einmal weiter an Leistung zu - und schon war ein erster Höhepunkt des Abends gekommen: Dirigent Simon Winbeck ließ seine Eigenkomposition "Der kommode Typ" zum ersten Mal von knapp 40 Musikern spielen. Mit dem eigentlichen Geburtstagsgeschenk an Markus Zeiler, das von den "Musikatzen" uraufgeführt wurde, schickte er das Publikum begeistert in eine kurze Pause.

 

Daraufhin setzten die Musiker das Konzert mit dem Stück "Irish Castle" von Markus Götz fort, das das Publikum in ein mittelalterliches Irland mit großen Burgen, grünen Wiesen und stürmischen Kämpfen hineinversetzte. Darauf folgten "El camino real – A latin fantasy" und "Jamaican Folk Suit", die die Besucher weiter auf ihrer Weltreise von der spanischen Stierkampfarena zum mittelamerikanichen Reggea-Paradies Jamaika führte. Mit "Disney Fantasy" tauchten die Zuhörer in die Welt der bekanntesten Kinderfilm-Klassiker ein, und bei der "Indiana Jones Selection" suchten sie zusammen mit "Indie" den verlorenen Schatz. Beim darauffolgenden Lied, einem weiteren Höhepunkt des Abends, hätten Agnetha, Benny, Björn und Anni-Frid sicher mitgeklatscht: Das "ABBA Revival" ließ jeden Gast bei bekannten Klassikern wie "Super Trouper", "Chiquitita" und "Waterloo" zumindest mitsummen, und bildete einen furiosen Abschluss des Frühjahrskonzertes. Mit den beiden Zugaben "You´ll never walk alone" und dem "Seyffertitz-Marsch" verabschiedeten sich die Musiker dann von der Bühne.

 

Neben dem Orchester der Musikgesellschaft war außerdem der Moderator Thomas Riebesecker ein Höhepunkt des Abends. Wie auch in den vergangenen Jahren führte er mit amüsanten Anekdoten aus dem Musikeralltag und einer gewohnten Prise Sarkasmus durch den Abend. Da Riebesecker, laut eigener Aussage als Ansager für die Stücke genauso notwendig sei "wie ein Kondomautomat im Vatikan", ließ er das Publikum lieber hinter die Fassade blicken und kommentierte die aktuellen Geschehnisse sowohl innerhalb als auch außerhalb des Musikvereins. So erzählte er von neuen Musikstücken, die zunächst skeptisch beäugt wurden und als Verrat an der bayerischen Volksmusik angesehen wurden, durch die allerdings erst ein Konzert mit all seinen Facetten möglich ist. Außerdem ermittelte Riebesecker das Notenverhältnis zum Musiker-Altersdurchschnitt und resümierte über sein Musikerleben als einziger vegetarischer Posaunist. Er schloss mit den Worten: "4 waren geladen, 10 sind gekommen. Gieß Wasser in die Suppe und heiß alle willkommen.", was die Situation im neuen Spirklhof-Saal sehr gut traf, worüber sich die Musikgesellschaft aber jedes Jahr wieder freut.

 

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